Die Schulung und Implementierung der Expertenstandards „Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege“ und „Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege bei chronischen Schmerzen“ ist in den Qualitätsprüfungs-Richtlinien des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenversicherung) vorgesehen. Eine Unterlassung der Schmerzbehandlung kann seit 2002 als unterlassene Hilfeleistung gewertet werden (DNQP 2011). Darüber hinaus ist das Schmerzmanagement eine wichtige, interdisziplinäre Aufgabe in Einrichtungen des Gesundheitswesens. Bei deren Umsetzung übernimmt die Pflege eine wichtige Rolle (DNQP 2015). Das bedeutet, dass Pflegekräfte durch Schmerzeinschätzung, Schmerzbehandlung sowie Information maßgeblich zum Gelingen einer erfolgreichen Schmerztherapie beitragen. Die Wirkung von Schmerzen kann jeder nachvollziehen. Schmerz ist ein Phänomen, was grundlegende Veränderungen für den Betroffenen verursacht. Es gibt keinen Menschen, der nicht von einem Schmerzerlebnis berichten kann. Einerseits ist Schmerz ein wichtiges Warnsignal für den Körper und zeigt an, dass etwas im Körper nicht stimmt oder ihn schädigt (z. B. heiße Herdplatte, akute Entzündungen). Andererseits führen nicht behandelte Schmerzen zu körperlichen Einschränkungen. Diese haben wiederum direkten Einfluss auf das alltägliche Leben der Betroffenen (Aktivitätsverlust, Bewegungseinschränkung, Verlust der Lebensfreude usw.). Weitgehend unbeachtet ist das Ausmaß der Schmerzproblematik für Bewohner in stationären Einrichtungen. Ergebnisse einer Studie in Münster ergaben, dass etwa 25% der Bewohner an momentanen Schmerzen in Ruhe und knapp 45% bei Belastung an mittelstarken bis unerträglichen Schmerzen leiden (Osterbrink et al. 2012). Daraus resultieren gravierende Einschränkungen in der Aktivität der Bewohner. Das Ergebnis deutet darauf hin, dass das Schmerzmanagement in Altenheimen dringend verbessert werden sollte. Die Schmerzeinschätzung bei älteren Menschen ist möglicherweise dadurch erschwert, dass alte Menschen kaum ihre Schmerzen äußern, weil sie Schmerzen als dem Alter zugehörig betrachten oder dem Pflegepersonal nicht zur Last fallen möchten (DNQP 2011). Deshalb ist es wichtig, dass in der Altenpflege das Schmerzmanagement auf die Besonderheiten im Alter angepasst wird. Damit Sie in Ihren Einrichtungen eine adäquate Schmerztherapie gewährleisten können, benötigen die Mitarbeiter entsprechendes Wissen und Fähigkeiten im Schmerzmanagement. Mit den Inhalten der Schulungen können Sie Ihre Mitarbeiter befähigen, die Anforderungen aus den Expertenstandards zu erfüllen, die für die Pflegkräfte vorgesehen sind. Das Hauptziel ist hierbei, die Lebensqualität Ihrer Bewohner zu verbessern oder zu erhalten. Darüber hinaus ermöglicht die Pflege-Mediathek den Einbezug von eigenen Fallbeispielen. Damit wird die Verknüpfung der Theorie aus den Expertenstandards in das Praxisgeschehen Ihrer Einrichtung realisierbar.

Literatur
Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) (Hrsg.): Expertenstandard „Schmerzmanagement in der Pflege“, überarbeitete Auflage, Fachhochschule Osnabrück 2011

Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) (Hrsg.): Expertenstandard Schmerzmanagement in der Pflege bei chronischen Schmerzen, 1. Auflage Fachhochschule, Osnabrück 2015

Osterbrink, J., Hufnagel, M., Kutschar, P. et al.: Die Situation von Bewohnern in der stationären Altenhilfe, Schmerz (2012) 26: 27

EXPERTENSTANDARD SCHMERZMANAGEMENT CHRON. UND AKUT

Modul 1

Grundlagen Schmerz

Lerninhalte  [mehr]
  • Schmerzmechanismus
  • Schmerzformen und Schmerzqualitäten
  • Akuter und chronischer Schmerz
  • Komponenten des Schmerzerlebens
  • Komplikationen bei unzureichender Schmerzbehandlung
Zielgruppen
Pflegefachkräfte, Betreuungskräfte, Pflegehilfskräfte, Auszubildende
Zeitdauer
60 Minuten
Benötigte Materialien
Computer, Beamer und Leinwand, Lautsprecher, Flipchart oder Tafel und Stifte, Moderationskarten (-koffer)
RbP-Fortbildungspunkte
1 Punkt

Modul 2

Schmerzmanagement

Lerninhalte  [mehr]
  • Ziel und Methoden des Schmerzmanagements
  • Initiales Schmerzassessment
  • Differenziertes Schmerzassessment
  • Systematische Verlaufskontrollen
  • Wirksamkeitsüberprüfungen
  • Beratung und Bewohnerinformation
Zielgruppen
Pflegefachkräfte, Auszubildende
Zeitdauer
60 Minuten
Benötigte Materialien
Computer, Beamer und Leinwand, Lautsprecher, Flipchart oder Tafel und Stifte, Moderationskarten (-koffer), Erhebungsbogen Differenziertes Schmerzassessment
RbP-Fortbildungspunkte
1 Punkt

Modul 3

Schmerztherapie

Lerninhalte  [mehr]
  • Medikamentengruppen
  • Wirkungen und vorbeugende Maßnahmen für mögliche Nebenwirkungen
  • Differenziertes Schmerzassessment
  • Nicht- medikamentöse Schmerztherapie
  • Pflegerische Maßnahmen/Unterstützungsbedarf erheben
Zielgruppen
Pflegefachkräfte, Betreuungskräfte, Pflegehilfskräfte, Auszubildende
Zeitdauer
60 Minuten
Benötigte Materialien
Computer, Beamer und Leinwand, Lautsprecher, Flipchart oder Tafel und Stifte, Moderationskarten (-koffer), Dokumentationsunterlagen des Fallbeispiels
RbP-Fortbildungspunkte
1 Punkt

Modul 4

Schmerztherapie - mit pharmakologischen Grundlagen

Lerninhalte  [mehr]
  • Medikamentengruppen
  • Wirkungen und vorbeugende Maßnahmen für mögliche Nebenwirkungen
  • Differenziertes Schmerzassessment
  • Pflegerische Maßnahmen/Unterstützungsbedarf erheben
Zielgruppen
Pflegefachkräfte, Auszubildende
Zeitdauer
60 Minuten
Benötigte Materialien
Computer, Beamer und Leinwand, Lautsprecher, Flipchart oder Tafel und Stifte, Moderationskarten (-koffer), Dokumentationsunterlagen des Fallbeispiels
RbP-Fortbildungspunkte
1 Punkt

Modul 5

Begriffe chronischer Schmerztherapie

Lerninhalte  [mehr]
  • Therapeutische Konzepte
  • Selbstmanagementkompetenzen
  • Grundlagen Patientenedukation
  • Multimodale Schmerztherapie
Zielgruppen
Pflegefachkräfte, Auszubildende
Zeitdauer
60 Minuten
Benötigte Materialien
Computer, Beamer und Leinwand, Lautsprecher, Flipchart oder Tafel und Stifte, Moderationskarten (-koffer)
RbP-Fortbildungspunkte
1 Punkt