„Ein Sturz ist ein Ereignis, bei dem der Betroffene unbeabsichtigt auf dem Boden oder auf einer anderen tieferen Ebene aufkommt.“

So lautet die Definition des Expertenstandard Sturzprophylaxe in Anlehnung an die WHO. Dabei ist nicht das alltägliche Sturzrisiko gemeint, welches jeder Mensch bei Unachtsamkeit oder sportlicher Betätigung hat, sondern das Risiko, was darüber hinausgeht. Dies ist dann gegeben, wenn es dem betroffenen Menschen nicht mehr gelingt, den Körper in Balance zu halten oder sich durch Schutzreaktionen vor Stürzen zu schützen.
Stürze haben für die betroffenen Menschen erhebliche Folgen. Dabei führen erworbene Wunden, Prellungen oder Frakturen bei älteren Menschen nicht selten zu bleibenden Schäden bis hin zum Tod. Neben den physischen Folgen kann es nach Stürzen zu erheblicher Unsicherheit kommen, die zu einer Einschränkung in der Bewegung führt.
Deshalb ist eine wichtige Aufgabe der Pflege, ein Sturzrisiko einschätzen zu können und Stürzen vorzubeugen. Dazu ist eine Kombination von prophylaktischen Maßnahmen, wie z.B. Umgebungsanpassung oder Nutzen von entsprechenden Hilfsmitteln, und Förderung von Kraft und Balance notwendig.
Das formulierte Ziel des Expertenstandards ist:
Jeder Patient/Bewohner mit einem erhöhten Sturzrisiko erhält eine Sturzprophylaxe, die Stürze weitgehend verhindert und Sturzfolgen minimiert.

Das notwendige Wissen für Pflegende zu diesem Expertenstandard wird in den Schulungen dieses Themenbereiches vermittelt.

Literatur

Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (Hrsg.):
Expertenstandard Sturzprophylaxe in der Pflege – 1. Aktualisierung 2013
Schriftenreihe des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege. Osnabrück
ISBN: 978-3-00-015082

Modul 1

Sturzprophylaxe in der Pflege

Lerninhalte  [mehr]
  • Definition Sturz
  • Sturzrisikofaktoren (personenbezogen, medikamentenbezogen, umgebungsbezogen)
  • Individuelle Risikoeinschätzung
  • Maßnahmen zur Sturzprophylaxe
  • Beratung
  • Dokumentation Sturzereignis
Zielgruppen
Pflegefachkräfte, Pflegehilfskräfte
Zeitdauer
90 Minuten
Benötigte Materialien
Computer, Beamer und Leinwand, Teilnahmebescheinigungen und Teilnehmerliste, Haushaltsübliche Risikoeinschätzung
RbP-Fortbildungspunkte
2 Punkte